Carry The Crown im Interview | Moderner Alt-Rock wie aus dem Lehrbuch

Es dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein, bis „Carry The Crown“ den Status als „Local Heroes“ verlieren. Denn die fünf Jungs aus Lincoln, England bringen alles mit, was eine kommerziell erfolgreiche Pop-Rock-Band heute braucht. Sie haben das Aussehen, die Arbeitsmoral und vor allem auch den Sound.

Frontmann Martin James auf der Bühne mit seiner Band „Carry The Crown“.

Carry The Crown: Die Alt-Rock Hoffnung mit Spotlight auf BBC und KERRANG!

Bereits ihre EPs „Desire“ und „Not Alone“ brachten ihnen einige gute Reviews ein – unter anderem vom „KERRANG Magazine“. Airplay auf „BBC Radio 1“ und ein Spot auf „BBC Introducing“ ließen den Stern von „Carry The Crown“ weiter aufgehen. Ende 2018 kam dann die Single „KARMA“ und schoss förmlich durch die Decke. Stand heute: Knapp 500.000 Streams auf Spotify. Mit der aktuellen Veröffentlichung „Caught In The Middle“ / „Planmaker“ geht das Quintett nun den nächsten Schritt in Richtung Durchbruch. Der charismatische Frontmann, Martin James, gab uns einen kleinen Einblick in das Leben als Lincolns neue Alt-Rock-Hoffnung.

Das Video zur neuen Single „Caught In The Middle“.

Carry The Crown: Do-It-Yourself mit Band-Dad

Wie habt Ihr Euch gefunden?

Martin: James und ich haben uns mehrmals getroffen, bevor wir uns endlich einigen konnten, etwas Neues zu versuchen. Wir starteten dieses Projekt mit den richtigen Leuten, weil wir beide genau wussten, was wir wollten. Darauf sind wir stolz und können gut mit unseren Entscheidungen leben.

Jede Gruppe hat ihre Rollen. Wer von Euch ist der „Klassen-Clown“, wer ist der „Macher“?

Martin: Das Band-Management, das Booking und all diese Sachen übernehme ich. Also neige ich etwas dazu der „Band-Dad“ zu sein (grinst). Wir sind alle ganz locker und machen gerne Späße. Aber wir wissen auch wann es notwendig ist sich runter zu fahren und ernst zu sein.

Eine erfolgreiche DIY-Band aufzuziehen erfordert eine Menge Hingabe. Ist es oft schwierig das Bandleben und das „Privatleben” unter einen Hut zu bekommen?

Martin: Wir haben allesamt Full-Time-Jobs außerhalb der Band, bei denen wir permanent fokussiert und konzentriert sein müssen. Genau so ist aber auch die Band ein ziemlicher Full-Time-Job. Es kann also schon Mal schwierig werden, nach einem langen Arbeitstag noch in den „Zweit-Job“ Band zu gehen. Aber es ist jede Sekunde wert..

Habt Ihr dann überhaupt noch Zeit für andere Dinge neben der Arbeit und Musik?

Martin: Die wenige Freizeit, die uns dann noch bleibt, nutzen wir eigentlich nur zum Entspannen und Abschalten.

Geht Ihr Euch manchmal auf die Nerven?

Martin: Die ganze Zeit (lacht).

Die Single „KARMA“ wurde schon fast 500.000 Mal gestreamt (Stand 19.06.2019).

Schalter auf Performance-Mode und alles ist cool

Was ist für dich das Beste an einem Live-Auftritt?

Martin: Die Reaktion des Publikums und das Gefühl, nachdem man eine Show richtig gerockt hat.

Gibt es auch etwas daran, das nerven kann?

Martin: Was wirklich nervt, ist das Gefühl, wenn du am nächsten Morgen aufstehst, sofort nochmal loslegen willst, aber gerade keine Show ansteht.  

Wie war der erste Gig von „Carry The Crown“?

Martin: Einfach der Wahnsinn! Eine Menge Leute glaubten an uns und tauchten auf. Ich hoffe, dass wir ihnen das auch irgendwie zurückgeben konnten.

Hast Du auch manchmal Lampenfieber?

Martin: Wenn wir erst mal auf der Bühne stehen, ist es, als ob es mir einen Schalter auf „Performance-Mode“ legen würde und alles ist cool. Aber vor den Gigs sind wir natürlich alle nervös.

Hast du schon Mal Deinen Text auf der Bühne vergessen?

Martin: Aber klar doch. Totale Leere im Kopf, wo eigentlich der Text stehen sollte. Unangenehm.

Was macht man in so einem Moment?

Martin: Ich habe einfach die richtigen Noten in irgendwelchen Lauten von mir gegeben. Bin mir ziemlich sicher, dass ich damit durchkam (lacht).

Hattet Ihr schon Mal einen dieser Gigs, bei denen einfach alles schief geht?

Martin: Oh ja. Die erste Show mit Simon, unserem Gitarristen. Er hatte erst ein oder zwei Mal mit uns geprobt, also bat ich den Techniker mir hauptsächlich Rupert (Zweiter Gitarrist der Band, Anm. d. Red.) aufs Ohr zu legen. Am Ende hatte ich nur Simon drauf und keinen Ton von Rupert. Glücklicherweise ist Simon der Wahnsinn und rockt jetzt jede unserer Shows!

„Carry The Crown“ live auf dem VW Fest.

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Written by

Josef Erl

Musizierender Schreiberling aus den Tiefen eines von Landwirtschaft besetzten Niederbayerns. Umringt von Feldwegen und Gülle-Tanks, kämpft er für eine lokale Musikszene, die zwar nicht tot ist, doch langsam aber sicher aus ihrem wohlverdienten Schönheitsschlaf erwachen dürfte.

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