Since April im Interview | Geschichten vom Mädels klauen und Bier Pong spielen

Pure Emotionen auf einem harten Fundament und Spaß auf und Abseits der Bühne: Das sind „Since April“. Die Heavy-Rock-Band aus München arbeitet gerade an ihrem Debüt-Album und ist nach einigen Besetzungswechseln nun in der besten Form ihres Band-Lebens. Manu und Marin, die beiden Gitarristen und Hauptsongwriter der Band, im Gespräch mit ROg | TheRockPopBlog.

Since April sind (v.l.n.r.): Manu Satzger (Rhythmus-Gitarre), Robert Merkl (Drums), Gonzo Urgel Tendero (Bass), Marin Kostek (Lead-Gitarre) und Umut Uysaler (Vocals).

Über die Bandgeschichte und ihre Einflüsse…

Was steckt hinter dem Namen „Since April“?

Marin: Der Name just sort of happened, als wir unsere ersten eigenen Songs schrieben. Begonnen hat das in etwa im April 2016. Das könnte natürlich eine Rolle gespielt haben (lacht).

Ihr spielt aber schon länger zusammen.

Marin: Ja, klar. Kennen tun wir beide uns ja schon seit der ersten Klasse.

Manu: Und damals hat mir Marin auch schon die Mädels geklaut (lacht).

Marin: Wir sind an der gleichen Kreuzung aufgewachsen und haben dann irgendwann auch in meinem Keller mit Freunden angefangen Songs von Guns n‘ Roses und 3 Doors Down zu covern. Allerdings hat sich noch keiner von uns getraut zu singen.

Wann habt ihr den Keller dann verlassen?

Manu: In der Oberstufe gabs die erste Schulband und danach gründeten wir die Cover-Band „JukeboX“. Es müsste sogar noch eine Coverversion von „Sex on Fire“ auf YouTube zu finden sein.

Als Coverband spielt man ja über die Jahre den ein oder anderen Song namhafter Künstler. Gibt es da welche, die euch besonders beeinflusst haben?

Marin: Ja, auf jeden Fall. Von den Red Hot Chilli Peppers bis Bullet For My Valentine ist so ziemlich alles vertreten. Das kann man gar nicht alles aufzählen.

Über Songwriting und das neue Album…

Wie sieht dann euer Songwriting-Prozess aus?

Manu: Beim Songwriting für das Album war es entweder so, dass Marin eine musikalische Idee hatte und ich ein Text beigesteuert habe. Manchmal hab‘ ich auch eine Song-Idee akustisch festgehalten und Marin hat ihr dann den Heavy Rock-Stempel aufgedrückt. Diese Ideen arbeiten wir dann gemeinsam als Band zu einem Ganzen aus.

Worüber schreibst du?

Manu: Die Texte haben bei mir immer einen sehr persönlichen Hintergrund. Sie lassen aber auch Raum für Interpretationen und jeder kann sich selbst in unseren Geschichten wiederfinden.

Wie würdet ihr euren Sound beschreiben?

Marin: Wir sind die perfekte Mischung aus Emotionalität, Melodie und Aggressivität!

Manu: Hätte Tony Stark beim ersten Testflug im Iron Man-Anzug Musik laufen gehabt, hätte er sich unseren Song „Defenders Of The Crown“ angehört (grinst).

Du hast es vorhin schon angesprochen: Es steht ein Album an. Eure bisherigen Veröffentlichungen hatten einen eher melancholischen Touch mit satten Gitarrenriffs. Ist das der Weg, den ihr auch auf dem kommenden Album weitergehen wollt?

Marin: Das neue Album ist sehr vielseitig. Aber insgesamt definitiv heavier als unsere bisherigen Veröffentlichungen. Aber es stimmt schon, dass wir gerne traurige Songs schreiben. Im Radio läuft ohnehin genug Zeug über Party und Friede, Freude, Eierkuchen.

Manu: Die erste Person außerhalb unserer Band, der ich die Albumtexte gezeigt habe, hat mich gefragt, ob es mir gut geht oder ob ich Redebedarf habe (lacht).

Wann kommen wir denn in den Genuss eures neuen Longplayers?

Marin: Das Album wird Ende des Jahres erscheinen.

Über Live-Gigs und Aftershow-Gepflogenheiten…

Bis dahin spielt ihr hoffentlich noch einige Shows. Wie war es denn für euch, zum ersten Mal auf der Bühne zu stehen?

Marin: Mein erster Auftritt war in der Musikschule auf einer Weihnachtsfeier. Ich habe mich auf der Bühne schon immer wohl gefühlt und liebe es zu performen.

Der bisherige Höhepunkt?

Marin: Definitiv der Auftritt auf dem Wacken Open Air

Wacken? Erzähl mir mehr…

Marin: Ich spiele auch noch bei „Pike’s Edge“ und wir waren auch schon europaweit unterwegs. Über Umwege und Bekanntschaften haben wir mal die Chance bekommen auf der „Wasteland-Stage“ zu spielen. Das war ein Erlebnis.

Klingt ja spannend! Darüber sollten wir uns auf jeden Fall nochmal unterhalten. Aber jeder Auftritt hat auch ein Ende. Seid ihr eher Aftershow-Party-People oder gleitet ihr lieber ruhig in den Schlaf?

Marin: Ja, gerne. Wenn es nach uns ginge, würden wir jedes Mal danach mit unseren Fans Bier-Pong spielen (lacht).

Manu: Können wir gerne einführen. Meldet euch bei uns, wenn ihr dafür die passende Location habt!

Über die bayerische Rock-Szene und Live-Kultur…

Es wird ja viel über „Rock is dead“ gejammert. Gibt es heute zu wenige rockbegeisterte Konzertgänger?

Marin: Rock ist halt nicht mehr Mainstream. Das ist nicht unbedingt schlecht, es muss ja nicht zwingend im Radio laufen. Aber es wäre schon cool, wenn auch Pop- und Hip-Hop-Fans mal mehr zu Live-Shows gehen würden, anstatt alles nur auf YouTube oder Spotify zu hören.

Manu: Ich finde allerdings gerade im Bereich Rock gibt es eine sehr enge Bindung zwischen Bands und ihren Fans. Deshalb fühle ich mich in diesem Genre auch so wohl.

Was denkt ihr speziell über die bayerische Musikszene?

Marin: Wir haben schon mit vielen talentierten Bands gespielt. Wir alle investieren sehr viel, aber es kommt leider oft wenig zurück. Die Münchner Rock- und Metal-Szene ist aber echt riesig.

Gibt es Bands, mit denen ihr besonders gerne zusammenspielt?

Marin: Wir hatten immer sehr viel Spaß mit „The Bengels“ – auf und neben der Bühne.

Manu:  Für mich war unser Gig im „Ampere“ mit „Wait Of The World“ letztes Jahr sehr besonders. Mit ihnen haben wir auch alle Runden des SPH Bandwettbewerbs gespielt. Mit wem ich unbedingt mal spielen möchte sind „Vertigo“.

Wait Of The World haben auch kräftig beim letzten X-Factor mitgemischt. Wart ihr überrascht, dass die Jungs so weit gekommen sind?

Marin: Wait Of The World sind echt nette Jungs. Durch den Auftritt bei X-Factor haben sie sich einen Namen gemacht. Wobei man auch sagen muss, dass ihr neuer Stil sich besser für die Allgemeinheit eignet. Sie haben jetzt viel mehr elektronische Parts.

Über Bandwettbewerbe und die Zukunft der Band…

Wäre X-Factor auch für euch interessant?

Marin: Wir haben damals auch die Anfrage bekommen, bei der Show mitzumachen. Aber wir wollten es noch nicht. Für die Zukunft schließe ich das aber nicht aus.  

Heißt das X-Factor ist auf euch zugekommen?

Marin: Ich erinnere mich nur noch wage an eine E-Mail, die wir mal bekommen haben. Wir wurden darin gefragt, ob wir uns denn nicht bewerben möchten, um da mitzumachen.

Wie steht ihr solchen Wettbewerben oder Bandcontests generell gegenüber?

Marin:  Bandcontests sind immer so eine Sache. Einerseits ist es für eine neue Band eine super Möglichkeit neues Publikum zu erreichen und – wenn man weit kommt – auf großen Bühnen zu spielen. Andererseits kommen meistens die Bands weit, die das meiste eigene Publikum mitbringen. Man verlangt dann von seinen Fans zehn bis dreizehn Euro, damit man zwanzig Minuten spielt. Fair ist das meiner Meinung nach nicht.

Es gibt auch Contests ohne Fan-Voting.

Marin: Selbst, wenn eine eigentlich neutrale Jury für die Wertung verantwortlich ist, haben die meistens gewisse Präferenzen. Gefällt der Jury der Stil nicht, wird auch gar nicht mehr groß auf die Band geachtet.

Habt ihr sowas schon Mal erlebt?

Marin: Wir haben tatsächlich mal nur ein oder zwei von möglichen sieben Punkten für unser Zusammenspiel erhalten. Dabei haben wir teilweise gleichzeitig die Instrumente unsere Bandkollegen gespielt. Eine andere Band erhielt dabei fast die gesamte Punktzahl, obwohl sie sich während des ganzen Konzerts gefühlt nicht ein einziges Mal angeschaut haben. Solche Beispiele gibt es leider in jeder Kategorie. Es hat halt immer viel mit Glück zu tun.

Vor Kurzem habt ihr den „Smokey Joe’s-Bandcontest“ in Passau gespielt. Was habt ihr aus der Teilnahme mitgenommen?

Manu: Es ist ein wirklich hochklassig besetzter Wettbewerb. Starke Konkurrenz und top organisiert. Wir haben uns sehr wohl gefühlt und das ganze Team direkt ins Herz geschlossen.

Marin: Die Fahrt dahin war auch schon eine einzige Party (schmunzelt). Es ist auch mal cool, ein System zu haben, bei dem man nicht nur durch die meisten Fans gewinnt. Das ist einfach nochmal ein bisschen objektiver, auch wenn es da, wie gesagt, auch negative Seiten gibt.

Wie kommt ihr an eure Gigs?

Marin: Wir bewerben uns wo es nur geht und hoffen, dass wir genommen werden. Konzerte, Festivals, Support für befreundete Bands, völlig egal. Ich glaube jede nicht-Cover-Band kennt die Schwierigkeiten beim Finden neuer Gigs.

Kommt für euch auch das „Pay-To-Play-Modell“ in Frage?

Marin: Es kann schon sinnvoll sein, wenn man es schafft, sich bei einer etwas größeren Band auf der Tour einzukaufen. Auch, wenn man in der Heimatstatt spielt und genug Leute mitbringt, dass es sich wieder ausgleicht oder man sogar ein bisschen Gewinn macht.

Wie sieht euer Plan für die Zukunft aus?

Marin: Dieses Jahr liegt unser Fokus komplett auf unserem Album. Unser Ziel ist es auf Tour zu gehen und für einen Major Act eröffnen zu dürfen.

Manu: Und unser Traum ist es auf Festivals, wie Rock im Park zu spielen.

Was möchtet Ihr der Welt da draußen mitteilen?

Marin: Unterstützt junge Newcomer!

Manu: Ich finde es immer cool, wenn es eine Laufkundschaft bei den Clubs gibt. Also Leute, wenn es eine Show gibt, einfach kommen! Die Bands lernt Ihr am besten live kennen.

Since April on the Road.

Wer Since April auf einer ihrer großartigen Live-Shows besuchen will, sollte sich diese Termine vormerken:

28.06. München | Munich Mash @Olympiapark

18.10. Landshut| @Rockokfest

30.11. Taufkirchen

Neue Termine findet Ihr auf der Website der Band und auf Facebook und Co (Links siehe unten).


Links zu Since April:

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Written by

Brosef

Musizierender Schreiberling aus den Tiefen eines von Landwirtschaft besetzten Niederbayerns. Umringt von Feldwegen und Gülle-Tanks, kämpft er für eine lokale Musikszene, die zwar nicht tot ist, aber langsam aber sicher aus ihrem wohlverdienten Schönheitsschlaf erwachen dürfte.

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