Palehørse im Soundcheck | Rauf auf die Main-Stage!

Künstler: Palehørse / Album: Palehørse / Genre: Alternative-Metal-Prog-Rock / Release: 2019 / Label: Indie-Recordings / AnspielTipps: Odious, Dead Wrong, Darken Waters

Aus Amendfoils „Empyrean & Ophidian“ wird „Palehørse“

Seit ziemlich genau drei Monaten gibt es diese Scheibe nun. Und obwohl sie als das Debüt-Album von „Palehørse“ gilt, sind die Finnen strenggenommen längst keine Newcomer mehr. Langjährige Fans wissen zudem, dass auch die Songs des aktuellen Albums nicht wirklich neu sind. Die Band war viele Jahre unter dem Namen „Amendfoil“ unterwegs und begeisterte hauptsächlich auf lokaler Ebene. Zwischen 2007 und 2016 brachten sie es bereits auf zwei weitestgehend selbst produzierte Platten: „Skyline Escape“ und „Empyrean & Ophidian“. Letztere stand sozusagen Modell für das jetzige „Debüt“. Besetzungswechsel und neuer Label-Deal führten zu einer Neuausrichtung und so kam es, dass Amendfoils „Empyrean & Ophidian“ neu gemischt, neu strukturiert und neu veröffentlicht wurde. „Palehørse“ war geboren, Namensänderung inklusive.

Eine Stimme zwischen Reibeisen und Seidenschal

Der Sound der Band ist schwer vergleichbar. Sie bewegen sich irgendwo zwischen Prog- und Alternative-Rock mit einer Gitarren- und Stimmgewalt, wie wir sie sonst nur aus dem Metal kennen. Die Finnen beweisen schon beim ersten Track ihr Gespür für den perfekten Spannungsbogen. „Dead Wrong“ leitet die Platte mit einem gewaltigen Urschrei ein, der auf einem fetten Kopfnicker-Riff daherkommt. Perfekt inszenierte Wechsel in der Dynamik bauen dann den ersten von vielen Ohrwurm-Refrains auf. Dieses Schema beherrschen Palehørse wie das kleine Einmaleins. Das Tempo halten sie dabei konstant hoch und schaffen es trotzdem spannend zu bleiben. Geschuldet dürfte dies einem unglaublich hohen technischen Niveau sein. Trotz der geradezu poppigen Ohrwurm-Refrains, sind die Songstrukturen komplex und abwechslungsreich.

Der Opener des Albums im Lyrics-Video: „Dead Wrong“

Dazu kommt noch Sänger Lassis außergewöhnliche Stimme. Mit ihrem großen Wiedererkennungswert kratzt und beißt das voluminöse Reibeisen nicht nur. In den vielen melodiösen Parts klingt es auch geradezu geschmeidig und weich. Fast mühelos wechselt er dabei mehrmals pro Song von klarem Gesang zu Shouts und Screams, während er auf der Gitarre auf und ab fieselt, was das Zeug hält. Der Mann ist übrigens nicht nur Songwriter, Lead-Gitarrist, Lead-Sänger und Frontmann der Band, er zeichnet sich auch noch für sämtliches Artwork verantwortlich!

Frontmann Lassi Mäki-Kala ist auch für das Artwork der Band verantwortlich.

Fazit: Anwärter auf den Titel Heavy-Album des Jahres

Mit einem großartigen Gespür für Melodien und den richtigen Spannungsbogen begeistern „Palehørse“ so ziemlich jeden Plattenkritiker, dem sie unterkommen. Ihr (fast) Debüt-Album sahnt – völlig zu Recht – eine Top-Bewertung nach der anderen ab. Auch für mich einer der ganz großen Favoriten auf den Titel „Platte des Jahres“. Es ist mir ein absolutes Rätsel, wieso diese Band nicht längst die Main-Stages sämtlicher europäischer Festivals rockt. Kauft euch diese Platte! Sie ist schon fast unverschämt gut!


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Written by

Josef Erl

Musizierender Schreiberling aus den Tiefen eines von Landwirtschaft besetzten Niederbayerns. Umringt von Feldwegen und Gülle-Tanks, kämpft er für eine lokale Musikszene, die zwar nicht tot ist, doch langsam aber sicher aus ihrem wohlverdienten Schönheitsschlaf erwachen dürfte.

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