404Whizzkids mit neuem Album „Another Me“ – Plattenkritik

Die 404 Whizzkids zeigen sich auf ihrer neuen Platte „Another Me“ experimentierfreudig und schrecken nicht davor zurück, Genre-Grenzen aufzubrechen.


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Etwa ein Jahr haben sich die fünf Jungs aus der Oberpfalz Zeit genommen, um den Nachfolger zu „Disaccorded“ in den Kasten zu bringen. Aufgenommen wurden die acht Tracks im Recording Hill Studio in Schönsee mit Produzent Hermann Utz. Wir durften vorab reinhören und sagen euch, was euch auf „Another Me“ erwartet.

404 Whizzkids: Bloß nicht stehen bleiben

Another Me beginnt mit einem krachenden Opener. „Starting Over“ rüttelt wach und hakt sich sofort in den Gehörgang ein. Das klassische Rock-Riff, irgendwo zwischen Deep Purple und ZZ-Top, wirkt keineswegs angestaubt – im Gegenteil. Spätestens der Refrain bringt den Classic-Rock-Vibe voll ins hier und jetzt.

In der Bridge schwenkt der Stil des Songs um. Aus der flotten Uptempo-Rock-Nummer wird ein gechillter Funk-Song, nur um ein paar Takte später geschmeidig in ein brachiales Gitarrensolo überzugehen. Als wäre nichts gewesen. Genial!

„Stranger“ legt noch eine Schippe drauf und ist zweifelsohne der härteste Song des Albums. Vom locker leichten Pop-Punk der Vorgänger bisher keine Spur. Erst bei „Golden Tower“ erkennt man die Whizzkids der vergangenen Jahre deutlich.

Peppiger Vers, kurz runter vom Gas und dann ab in einen geschmeidigen Refrain. Der ist so catchy, dass sicher auch das angesprochene Staatsoberhaupt unter seiner goldenen Dusche mit trällert.

Another Me: Hart, catchy, melancholisch – alles dabei

„Devil in my Head“ bringt zum genau richtigen Zeitpunkt eine Prise melancholische Schwere. „In Darkness“ greift diese auf und startet mit einem verträumten Indie-Riff. Der Vers klingt wie der musikgewordene Teaser zu einer Coming-Of-Age-Dramedy.

Der Refrain reißt diesen Weg ein. Die leichtfüßige Träumerei wird zum tosenden Sturm. „In Darkness“ steht stellvertretend für das gesamte Album: So klingt es, wenn ein Pop-Punk Song erwachsen wird und über den Ernst des Lebens nachdenkt.

 „Freak Out“ bricht die Melancholie mit seinem Madness-Vers auf und schickt uns wieder zurück in die Wohlfühl-Oase namens Catchy-Chorus. Der klingt wie der Soundtrack zum ersten schönen Tag im Jahr – Fenster hoch, Musik an und ab über die Landstraße dem blauen Himmel entgegen.

In der Bridge zerfällt das Stück zu einer psychedelischen Impro-Sequenz, bei der die purpurnen Nebelschwaden förmlich aus den Lautsprechern schweben. Bei „Song For One“ kommt die geballte Experimentierfreudigkeit der Oberpfälzer zu tragen.

Der Track klingt wie eine verrückte Mischung aus karibischen Urlaubsklängen und U2. Leider hält der gen Ende etwas zu wirre Refrain nicht, was der Vers verspricht. Allerdings ist das Jammern auf hohem Niveau.

Den Abschluss macht „Smile and Wave“. Mit ihrer ersten Single-Auskopplung gingen die Whizzkids auf Nummer sicher. Der Song funktioniert von vorne bis hinten, kommt aber auch ohne große Überraschungen aus.

Fazit zu „Another Me“ von 404Whizzkids:

Mit „Another Me“ zeigen die 404 Whizzkids, dass sie deutlich mehr können als Pop-Punk. Sie basteln zwar weiterhin ein solides Grundgerüst aus Rock und Pop, schmücken es aber mit gekonnt inszenierten Genre-Wechseln aus, die bis in den Jazz reichen. Die Band ist in Songwriting und Spiel deutlich gereift, auch wenn der ein oder andere Ausflug in den Sprechgesang noch etwas erzwungen wirkt. Bei Songs wie „In Darkness“ oder „Freak Out“ spielen die 404 Whizzkids gekonnt mit der Erwartungshaltung der Hörer, scheuen aber gleichzeitig nicht vor altbewährten Rezepten zurück („Smile and Wave“). Eine hervorragende Mischung und ein bedeutender Meilenstein für die Band.


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